Ostern bei der Wriezener Tafel

Veröffentlicht am 12.05.2014 in Allgemein
Tafel

Neues Team bei der Wriezener Tafel: Die MAE-Kräfte Katrin Masche und Hendrik Sternekieker sorgen für die gerechte Verteilung der Ware. © MOZ/INGA DREYER

MOZ vom 20.04.2014

Ostern bei der Wriezener Tafel

Wriezen (MOZ) Christliche Feiertage wie Ostern und Weihnachten sind für viele Menschen Anlass, sich Gedanken über diejenigen zu machen, die weniger haben als sie. Doch auch den Rest des Jahres über gibt es Orte wie die Tafel, die Ärmere im täglichen Leben unterstützen.

Im Flur, im Warteraum, vor der Tür: Dicht an dicht stehen Menschen und warten darauf, dass ihre Nummer aufgerufen wird. Jeden Freitag ab zehn Uhr werden bei der Wriezener Tafel Lebensmittelkisten ausgegeben. Wer zuerst bedient wird, entscheidet der Zufall. Jeder Kunde zieht ein Los mit einer Nummer. Je nach Haushaltsgröße gibt es große und kleine Kisten. Für die große wird ein Obolus von vier Euro gezahlt, für die kleine zwei.

Für viele Menschen ist der Gang zur Tafel nicht leicht. Von seinen Bekannten wisse keiner, wo er freitags hingeht, erzählt ein Mann mittleren Alters im Warteraum. "Wenn man sagt, man geht zur Tafel, wird man angeguckt wie ein Außerirdischer."

Es ist eine zwiespältige Sache mit der Tafel. Einerseits freuen sich Bedürftige über die Möglichkeit, an günstige Lebensmittel zu kommen. Andererseits bestärkt der wöchentliche Gang viele in dem Gefühl, am untersten Rand der Gesellschaft angekommen zu sein. Was hier nicht mehr verwendet wird, bekommen die Tiere im Wildgehege. Die Lebensmittel seien manchmal kaum mehr genießbar, kritisiert ein Mann und fragt: "Wissen Sie, wie ich mich dadurch fühle?" Der Standort an der Frankfurter Straße sei jedoch angenehmer als der frühere beim Rathaus, erzählen die Wartenden. Seit 2012 ist die Ausgabe gegenüber der Sparkasse in einem nicht einsehbaren Hof untergebracht. "Ich gehe nur hierhin, weil es anonym ist", erzählt eine Frau. Als die Strausberger Tafel, die auch den Standort Wriezen betreibt, vor zwei Jahren keine neuen Räume fand, sah es kurzzeitig so aus, als ob sie schließen müsse. Letztendlich aber stellte die Hageba die neuen Räume kostenlos zur Verfügung.

An diesem Freitag bekommen die Tafel-Nutzer zusätzlich zu ihrer Kiste mit Brot, Gemüse und anderen Lebensmitteln eine Packung frische Eier. Eine Spende der Wriezener SPD, die vor den Kommunalwahlen die Werbetrommel rührt. Die Fraktionsvorsitzende Jutta Werbelow und Monika Blum, ebenfalls Kandidatin für die Stadtverordnetenversammlung und derzeit sachkundige Einwohnerin im Bildungsausschuss, helfen mit beim Einpacken der Waren. Jedes Kind bekam eine Tüte mit Schokolade dazu. Jutta Werbelow erinnert die Tafel-Besucher an die Kommunalwahlen und bittet alle, ihre Stimme abzugeben.

 

 

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